Unsere Kunden fragen uns sehr oft, wie eine Umfrage zusammengestellt werden soll. Wir haben einige Punkte zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen werden, Ihre Umfragen zu verbessern.
Seien Sie sich im Klaren, warum Sie eigentlich eine Umfrage durchführen
- ”Warum führen Sie die Umfrage durch?“
- ”Welches Ziel sollte die Umfrage haben?”
- ”Wer soll die Umfrage beantworten?”
Wenn Sie diese drei Fragen beantworten können, haben Sie bereits eine gute Basis, um eine gute Umfrage zu erstellen. Unabhängig vom Typ der Umfrage ist es absolut notwendig, klare Vorstellung in Bezug auf Ziel und Zielgruppe der Umfrage zu haben, bevor Sie mit dem Erfassen der Fragen anfangen.
Wie viele Fragen sollten Sie stellen?
Wenn der Fragesteller keine besondere Beziehung zur Zielgruppe hat, kann man nicht erwarten, dass die Befragten bereit sind, einen umfangreichen Fragebogen zu beantworten. Je enger die Beziehung ist, desto höher werden die Rücklaufquote und die Akzeptanz bei den Befragten sein. Ausserdem sollte man die Befragten vorab informieren, wie lange das Ausfüllen des Fragebogens dauern wird. Wenn es zum Beispiel acht Minuten sind, dann sollte man auch acht Minuten schreiben und nicht vier.
Ein weiterer Tipp: Anstatt in langen Zeitabständen ausführliche Umfragen durchzuführen, ist es sinnvoller, öfters kurze und knappe Umfragen zu machen. Generell neigt man dazu, zusätzliche Fragen hinzufügen und damit den Fragebogen zu überladen. Dies sollte vermieden werden. Sie laufen sonst Gefahr, überhaupt keine Antwort zu erhalten!
Die Reihenfolge der Fragen ist wichtig
Kurze Umfragen stehen nicht im Widerspruch dazu, die Fragen zu stellen, die für Sie wichtig sind. Entscheidend ist die Reihenfolge der Fragen. Hierunter ist zum Beispiel eine mögliche Reihenfolge:
Beginnen Sie die Umfrage mit einer Aufwärmphase, in der Sie einfache Fragen stellen, um den befragten Personen den Einstieg in die Umfrage erleichtern. Nach dieser Aufwärmphase können Sie im Hauptteil der Umfrage die wichtigsten und anspruchsvollsten Fragen stellen. Wir empfehlen, die Umfrage dann wiederum mit einigen einfach zu beantwortenden Fragen abzurunden, so z.B. nach Angaben zur Person und nach abschliessenden Kommentaren.
Wenn Sie Ihre Umfrage nach diesem Muster aufbauen, werden Sie vermeiden, dass die Befragten sich bei der Beantwortung von sensiblen Fragen gedrängt fühlen oder sich fragen, warum Sie überhaupt diese Umfrage beantworten müssen. Die Befragten werden sanft in die Umfrage eingeführt und sie auf eine natürliche Weise beenden.
Semantik ist oft wichtiger als Statistiken
Wenn es um Marktforschung geht, ist die Semantik oft wichtiger als die Statistiken selbst. Die richtige Formulierung der Fragen ist der Schlüssel für den Erfolg der Umfrage.
Deshalb ist es besonders wichtig, dass Sie bei der Formulierung der Fragen in Ihrer Umfrage einigen Kriterien berücksichtigen:
- Die Fragen müssen so relevant sein, dass der Befragte eine klare Verbindung zwischen der Frage und des Zieles der Umfrage erkennen kann.
- Die Fragen müssen leicht verständlich sein. Sie dürfen keinerlei Ansprüche an den Befragten stellen. Die Fragen sollen so eindeutig sein, so dass es nicht zu Missverständnissen kommen kann.
- Die Fragen sollen für alle interessant sein, also nicht nur für einen Teil der Befragten, sondern für den grössten Teil der Personen der Zielgruppe.
- Die Fragen sollten nicht beleidigend oder provozierend sein.
Lesen Sie weiter, um mehr darüber zu erfahren, wie Sie relevante, klare, konzise und neutrale Fragen stellen können!
Seien Sie so neutral wie möglich
Fragen sollten so neutral als möglich sein. Rhetorisch gestellte Fragen oder Fragen, die schon von der Fragestellung her die Antwort in eine Richtung bahnen, dürften die grösste Fehlerquelle bei Umfragen sein.
Hier sind einige Beispiele, wie Fragen die Antwort beeinflussen können:
- “Sie sind doch mit uns einig, dass unser neues Produkt alle ihre Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt?“
- “Die meisten Personen halten unseren Service für ausgezeichnet. Sie auch?"
Vermeiden Sie zweideutige Fragen
Eine Frage, die von Person zu Person unterschiedlich verstanden werden kann, ist eine zweideutige Frage. Eine zu allgemein gehaltene Formulierung oder zweideutige Worte führen sehr oft dazu, dass eine Frage unterschiedlich interpretiert werden kann. Bei zweideutigen Fragen sind die Befragten oft nicht sicher, was der Inhalt der Frage ist.
Vermeiden Sie zu pfiffige Formulierungen!
Es kann schnell passieren, dass man eine Umfrage mit Hilfe von Formulierungen und Ausdrücken etwas pfiffiger gestalten möchte, so etwa mit Wörtern wie "radikal", "altmodisch", "progressiv" oder "extrem". Solche Formulierungen führen bei Befragten erfahrungsgemäss zu Verwirrung und sind deshalb wenn möglich zu vermeiden. Das Gleiche gilt auch für Klischees, nichts sagende Sätze sowie Fremdwörter, Abkürzungen oder Umgangssprache.
Erwartungen an die Befragten
Befragte haben oft keine Kenntnis oder keine besondere Meinung über Sachen, die nicht zu ihrem Alltagsleben gehören. Deshalb sollten Sie nicht davon ausgehen, dass die Befragten über alles Mögliche bereits Bescheid wissen. Wörter können von Mensch zu Mensch unterschiedlich interpretiert werden. Ausserdem ist eine Umfrage kein Test, um das Wissen der Befragten über ein bestimmtes Thema zu ermitteln.
Überschneidende Antwortmöglichkeiten
Es kann schnell passieren, dass sich die Antwortmöglichkeiten bei einer Frage überschneiden.
Hier ein Beispiel:
”Wie alt sind Sie?”
- Unter 20 Jahren
- 20-30 Jahren
- 30-40 Jahren
- 40-50 Jahren
- 50 Jahre oder älter
Der Befragte darf nur eine Antwort geben. Wenn er 30 Jahre alt ist, hat er aber zwei Antwortmöglichkeiten.
Hier folgt ein Beispiel, wie man dies zu lösen wäre:
”Wie alt sind Sie?”
- Below 20 Jahren
- 20-29 Jahren
- 30-39 Jahren
- 40-49 Jahren
- 50 Jahre oder älter
Ein anderes Element, welches zu Verwirrung führen kann, sind nicht klar definierte Skalen. Der Befragte muss dann selber die Abgrenzungen zwischen den verschiedenen Antwortmöglichkeiten festlegen.
“Wie oft essen Sie Pizza?”
- Zwei Mal in der Woche
- Manchmal
- Ab und zu
- Selten
"Zwei Mal in der Woche" ist mit einer bestimmten Zahl verknüpft, während die anderen Alternativen eher mit einer Häufigkeit verbunden sind.
Alle Antwortmöglichkeiten abdecken
Es ist wichtig alle Antwortmöglichkeiten abzudecken, selbst die eher unwahrscheinlichen. Wenn die Antwortmöglichkeiten nicht wirklich passend sind, können dadurch Analysefehler entstehen. Beispiel: “Welche dieser Kriterien sind für Sie entscheidend bei der Wahl einer Tankstelle?”
- Öffnungszeiten
- Marke
- Preis
Bei dieser Frage fehlen Antwortmöglichkeiten wie "Sonstiges", "Weiss nicht", usw. Wenn der Befragte keine passende Antwortmöglichkeit hat, wird er auch keine für ihn zutreffende Antwort geben können. Fügte man zu den drei Antwortmöglichkeiten die Alternative "Weiss nicht" hinzu, würde man dadurch nur den Anschein einer Vollständigkeit der Antwortmöglichkeiten geben. Der Befragte hat aber immer noch nicht die Möglichkeit, die Frage nach seinem Wunsch zu beantworten. Wenn der Befragte sich dann für “Weiss nicht” entscheidet, kann dies entweder bedeuten, dass er nicht in der Lage ist, eine angemessene Antwort abzuliefern oder kann keine passende Antwort finden (weil die Antwortmöglichkeiten nicht ausreichend sind).
Ein anderes Beispiel für vage Antwortmöglichkeiten ist, wenn die Frage um Geld, Zeit oder andere messbare Werte handelt und es nicht die Möglichkeit gibt, mit "Null" oder "Kein" zu beantworten. Einige Befragten werden also höchstwahrscheinlich Fragen unbeantwortet lassen, weil sie ihre Meinung nicht abgeben können. Fragen können auch unbeantwortet gelassen werden, wenn Befragte nicht wissen, wie sie antworten wollen oder keine Lust darauf haben. Die Qualität der Antworten wird darunter leiden, wenn nicht klar ist, wie unbeantwortete Fragen einer Umfrage interpretieren werden sollen.
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